Was tun gegen Stirnfalten?

Sie fragen sich: Was tun gegen Stirnfalten? Wie bekomme ich Stirnfalten weg, ohne mich gleich beim Chirurgen unters Messer zu legen?

Meine Antwort lautet: BOTOX!

Es gibt mehrere minimal-invasive Möglichkeiten, mittels derer man Stirnfalten wegbekommen kann. Aber BOTOX ist meine bevorzugte Methode. Und in diesem Beitrag erläutere ich Ihnen, wieso. Das sind die Themen:

Stirnfalten glätten – Warum eigentlich?

Stirnfalten haben von Natur aus eine positive Bedeutung: Sie treten auf, wenn man aufmerksam zuhört und Interesse zeigt. Sie signalisieren aktive Teilnahme an sozialer Interaktion. Das macht sie zu einem zentralen Bestandteil non-verbaler Kommunikation und damit der individuellen Erscheinung eines Menschen.

Stirnfalten erfahren nur dann eine negative Bedeutung, wenn sie besonders stark ausgeprägt sind. Tiefe Furchen, die sich quer von einer Seite der Stirn zur anderen ziehen, erzeugen einen grüblerischen, zweifelnden Eindruck. Gerade so, als betrachte man sein Gegenüber mit einer gewissen Skepsis oder gar Verächtlichkeit.

Ebenso verströmen starke Stirnfalten eine gewisse Müdigkeit und Schlaffheit, und lassen uns damit älter aussehen als wir tatsächlich sind. Ein derartiger Eindruck wird negativ verstärkt durch den Umstand, dass die Stirn als zentraler Teil des Gesichts überproportional an unserem optischen Gesamteindruck beteiligt ist.

Stirnfalten mit BOTOX glätten zu lassen ist daher eine der ersten und häufigsten Anwendungen der kosmetischen Botulinumtherapie. Und das, obwohl die Behandlung der Stirn mit BOTOX bis vor ein paar Jahren noch gar nicht offiziell zugelassen war, sondern vom Arzt nur im sogenannten „Off Label Use“ angewendet werden konnte.

Meiner Erfahrung nach kommen viele Frauen und Männer auch das erste Mal in eine kosmetische Praxis, um sich mit BOTOX ihre Stirnfalten entfernen zu lassen. Verwunderlich ist das nicht, weil die Stirn und damit auch die Stirnfalten eben eine so große Bedeutung für die visuelle Erscheinung und das Selbstbild haben. Ähnliche Erfahrungen macht man ja zum Beispiel auch mit Pickel auf der Stirn, die einem sofort ins Auge springen, wenn man morgens in den Badezimmerspiegel guckt.

Stirnfalten als wesentlicher Teil der Mimik

So sehr man jedoch Stirnfalten als störend empfinden mag, sind sie dennoch ein wesentlicher Teil unserer Mimik. Es ist deshalb kein guter Rat, mittels BOTOX Stirnfalten einfach „wegspritzen“ zu lassen.

Das würde nur dazu führen, dass der Gesichtsausdruck, den Menschen mit einem in bestimmten Situationen verbinden, plötzlich nicht mehr da ist. Auf das persönliche Umfeld könnte das sehr befremdlich wirken.

Ich rate daher meinen Patientinnen und Patienten in München dringend davon ab, sich BOTOX in hoher Dosierung in den für Stirnfalten hauptsächlich verantwortlichen Frontalmuskel (Musculus Frontalis) injizieren zu lassen, und damit die Stirn völlig lahm zu legen.

Das wäre ein Schritt in die Richtung zum gefürchteten „Botox Gesicht“: Zwar einerseits frei von Falten und wunderbar glatt wie in jungen Jahren; aber andererseits mit erstarrter Mimik, die zu allen Anlässen Teilnahmslosigkeit und fehlende Empathie signalisiert. Das ist alles andere als sympathisch. Maximales Stirnfalten glätten ohne Rücksicht auf mimische Folgen ist daher sicher der falsche Ansatz.

Das therapeutische Ziel, das man daher verfolgen sollte, wenn man mit BOTOX Stirnfalten behandelt, ist nicht, sie komplett und in allen Situationen zu entfernen. Sondern vielmehr, sie quasi „dynamisch“ hervorrufen zu können. Wenn man erstaunt ist oder aufmerksam, dann kann man es seinem Gegenüber sehr wohl noch zeigen. In allen anderen Situationen, in denen Stirnfalten nur stören würden, sind sie hingegen nicht da.

Warum zu viel BOTOX der Stirn nicht gut tut

Eine zu starke Schwächung des Frontalmuskels birgt noch ein anderes Risiko, das man tunlichst vermeiden sollte. Das Risiko nämlich, dass die Augenbrauen von den muskulären Gegenspielern des Frontalmuskels angesichts seiner plötzlichen Schwäche nach unten gezogen werden (Brauenptosis). Ich komme darauf weiter unten noch zurück. An dieser Stelle sei nur angemerkt: Das sieht nicht sehr hübsch aus…

BOTOX gegen StirnfaltenIch setze stattdessen immer auf eine vorsichtige, niedrigere Dosierung. Die Mimik der Stirnmuskulatur bleibt so erhalten.

Insbesondere bei der ersten Behandlung eines mir noch unbekannten Patienten gehe ich so vor, weil ich die Feinheiten seiner Gesichtsanatomie noch nicht kenne. Ich kann daher auch nur ungefähr abschätzen, wie das Botulinumtoxin wirken wird. Und lieber irre ich mich „nach unten“ als nach oben.

Warum? Weil ich beim Kontrolltermin immer noch nachdosieren kann, falls nötig. Eine zu starke Schwächung des Muskels ist hingegen nicht leicht wieder weg zu bekommen. Daher bevorzuge ich ersteres.

Und klärt man Patientinnen und Patienten bereits vor der Behandlung über diese Vorgehensweise auf, dann ergeben sich in den ersten Tagen nach der Behandlung auch keine fälschlichen Befürchtungen, dass das BOTOX womöglich nicht wirkt.

Im Gegenteil: Meiner Erfahrung nach schätzen es die Patienten sehr, wenn man sie im Beratungsgespräch über das mimische Zusammenspiel der einzelnen Muskeln und die möglichen Folgen einer zu starken Wirkung von BOTOX aufklärt, und Ihnen dann eine zunächst niedrigere Dosierung des Wirkstoffs empfiehlt.

Für Patientinnen und Patienten, bei denen zwar ausgeprägte Stirnfalten sichtbar sind, aber die Muskelaktivität nicht besonders stark scheint, reicht außerdem oft die Anwendung der Micro BOTOX Technik. Bei dieser wird das Botulinumtoxin nicht in den Muskel injiziert, sondern nur in die Haut. Die Wirkung des BOTOX erfolgt dann lediglich über die Muskelfasern, die in die Haut ausgreifen, nicht aber über den unter der Haut liegenden Muskel selbst.

Diese Technik, die wie so vieles in der ästhetischen Medizin aus den USA stammt und dort unter dem Begriff „Baby BOTOX“ Schlagzeilen machte, kann Stirnfalten glätten ohne das Risiko eines „BOTOX Gesichts“ in Kauf zu nehmen.

BOTOX gegen Stirnfalten

Auf das ausführliche Patientengespräch folgen Fotodokumentation und Reinigung sowie die Zubereitung der Wirkstofflösung (VISTABEL 50AE). Abhängig von Geschlecht, Alter und Stärke der Stirnfalten werden 3-5 Injektionspunkte gesetzt. Werden Glabella und Augenbrauen mitbehandelt, so kommen 5 + 2 Injektionspunkte hinzu. In der Regel wird damit ziemlich genau eine Ampulle Toxin aufgebraucht.

Inklusive Patientengespräch und Vorbereitung ca. 30 Minuten. Die Behandlung selbst dauert in der Regel maximal 10 Minuten.

Ja, sie sind sofort wieder gesellschaftsfähig. Rötungen an den Einstichstellen sind in der Regel binnen 1h verschwunden. Es gelten allerdings gewisse Vorsichtsmaßnahmen am Tag der Behandlung und den darauffolgenden. So sollten Sie zB körperliche Anstrengungen meiden, Sauna und Solarium nicht besuchen und die Haut keiner übermäßigen UV-Strahlung aussetzen.

Die endgültigen Kosten richten sich nach der GOÄ, ein ungefährer Richtwert sind € 250.

Stirnfalten, Glabella und Augenbrauen auf einmal behandeln

Die Muskeln in Ihrem Gesicht sind so angeordnet, dass ihre Kräfte in entgegengesetzte Richtungen wirken. Damit gleichen sie sich wechselseitig aus.

Betrachtet man ein Gesicht senkrecht von vorne, dann gibt es einerseits Muskeln, die die Mimik anheben (sogenannte „Levatoren“). Und andererseits solche, die sie nach unten ziehen („Depressoren“).

botox stirnfalten - glabella - augenbrauenDer große Stirnmuskel (Musculus frontalis), der hauptsächlich die Querfalten der Stirn verursacht, hat eine Levator-Funktion: Er hebt die Augenbrauen an.

Lähmt man ihn mit BOTOX, dann wird dadurch seine nach oben wirkende Kraft neutralisiert. Das kann im Einzelfall genau das Richtige sein und einen perfekten ästhetischen Ausdruck erzeugen.

In anderen Fällen ist es aber so, dass die Gegenspieler des Stirnmuskels, die in der Augenbrauenregion liegenden Depressoren, damit zu stark werden.

Weil ihnen die ausgleichende Gegenkraft des Musculus frontalis nicht mehr gegenübersteht, kommt ihre eigene Kraft nun voll zum Tragen. Mit dem Ergebnis, dass die Augenbrauen nach unten gezogen werden.

Glauben Sie mir: Das wollen Sie nicht! Denn egal, was Sie von Ihren Stirnfalten halten: Nach unten gezogene Augenbrauen machen alles noch viel, viel schlimmer. Ihre Mimik wirkt dann nur noch griesgrämmig und unsympathisch. Also müssen wir das um jeden Preis vermeiden!

Das gilt besonders bei Menschen im fortgeschrittenen Alter. Wir müssen tunlichst versuchen, die Muskeln des oberen Gesichtsdrittels in Balance zu halten: Schwächt man den einen, so muss auch der andere an Kraft einbüßen. Ansonsten gerät der optische Gesamteindruck außer Kontrolle.

Im konkreten Fall der Stirnfalten bedeutet das, BOTOX nicht nur in den großen Stirnmuskel zu injizieren, sondern gleichzeitig auch die Augenbrauen und die Glabella („Zornesfalte“) zu behandeln.

So bleibt das obere Gesichtsdrittel in Balance, der Gesichtsausdruck natürlich und sympathisch.

Aber: Auch das ist kein Patentrezept, das man bedenkenlos anwenden könnte. In anderen Fällen kann es nämlich ratsam sein, genau das nicht zu tun. Und stattdessen zuerst die Glabella mit BOTOX zu behandeln, die Wirkung abzuwarten, und dann erst die BOTOX Behandlung des Stirnmuskels fortzusetzen.

Wann ist das der Fall?

Wenn sich nicht genau abschätzen lässt, wie stark der Muskel der Glabella, der Musculus procerus, an der Bildung von Stirnfalten mitbeteiligt ist. Schwächt man ihn mit BOTOX und stellt fest, dass sich die Stirnfalten damit bereits ausreichend glätten lassen, dann ist die direkte Behandlung des Frontalis-Muskels womöglich gar nicht mehr nötig. Oder zumindest nicht in der üblichen Dosis. Im Gegenteil: Die normale Dosis könnte in einem solchen Fall dazu führen, dass die Levatoren der Stirnregion zu stark geschwächt werden, damit die Depressoren die Oberhand gewinnen, und der Gesichtsausdruck insgesamt nicht mehr stimmig wirkt.

Wie läuft die BOTOX-Behandlung der Stirnfalten ab?

Das obige Video gibt den Ablauf einer Botulinum-Behandlung bei mir in München wieder. Auch die Behandlung der oberen Gesichtshälfte.

Sie sehen Patientenselbstauskunft, Konsultations- und Aufklärungsgespräch, Fotodokumentation und die eigentliche Behandlung. Das Konsultationsgespräch ist wichtig dafür, die Wünsche der Patientin gut zu verstehen. Nicht zuletzt davon wird der weitere Verlauf der Behandlung abhängig sein.

Wie zum Beispiel für die Höhe der BOTOX-Dosierung. Früher wurde diese im Standardprotokoll recht hoch angesetzt (bis zu 30 Allergan Einheiten, AE). Heutzutage sind Experten jedoch deutlich vorsichtiger, wie ich oben schon geschrieben habe. Die offiziell empfohlene Dosis beträgt für die Stirn nur noch 13 AE. Das ist weniger als die Hälfte!

Wenn Glabella und Augenbrauen mitbehandelt werden, dann fallen dafür zusätzlich um die 30 AE an. Ergibt zusammen 43 AE. Die ganze Behandlung lässt sich somit im Regelfall mit einer Ampulle VISTABEL (50 AE) sehr gut durchführen.

Das hat, zumindest in meiner Praxis, Kostenvorteile für den Patienten. Denn eine angebrochene VISTABEL verrechne ich so oder so, egal ob ich sie verwenden kann oder einen Teil davon ungenutzt entsorgen muss. Ich hebe aus Prinzip keine BOTOX-Lösungen auf, um höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards aufrechterhalten zu können. Wenn ich eine komplette Ampulle VISTABEL daher für die komplette Stirnregion verbrauchen kann, dann bezahlen Patienten nur für das, was sie auch bekommen.

Kann BOTOX Stirnfalten immer glätten?

Nein, es gibt tatsächliche Unterschiede im erwartbaren Ergebnis. Sehr gute Resultate sind bei Patienten zu erwarten, die bei willentlicher Anspannung und Entspannung der Stirn die quer verlaufenden Falten hervorrufen und wieder verschwinden lassen können.

Hingegen ist bei Patienten, bei denen aufgrund eines erhöhten Muskeltonus (Grundanspannung) der Stirn die Querfalten immer sichtbar sind, mit BOTOX alleine kein zufriedenstellendes Ergebnis zu erwarten. In solchen Fällen ist die zusätzliche bzw. alternative Unterspritzung mit Hyaluron angezeigt. Oder ein Lifting mit PDO Fäden.

Wie hoch sind die Kosten einer BOTOX Stirnfalten Behandlung?

Die Kostenkalkulation des individuellen Falles richtet sich nach der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ). Als Richtwert können Sie mit 250-350 Euro rechnen.

Mein Tip wäre, wie oben schon geschrieben, Stirnfalten, Glabella und Augenbrauen in einer Sitzung behandeln zu lassen. Eine Ampulle Botulinumtoxin reicht dafür im Normalfall, was sich günstig auf den Preis auswirken sollte. Zumindest in meiner Praxis ist das so.

Was sind die Alternativen zu einer BOTOX Stirnfalten Behandlung?

Die primäre Alternative zu klassischem BOTOX ist, wie oben schon dargestellt, ein Verfahren namens „Micro BOTOX“, bei dem der Wirkstoff in stärkerer Verdünnung in die Haut injiziert wird und nicht in den Muskel.

In allen Fällen, in denen BOTOX voraussichtlich nicht gut wirken wird, weil die Falten auf der Stirn nicht ursächlich mit starker Muskelaktivität verbunden sind, eignen sich die Unterspritzung mit Hyaluronsäure und das Lifting mit PDO Fäden.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich Hyaluron in der Stirnregion nicht gerne verwende und es nur dann anwende, wenn es überhaupt nicht anders geht. Warum? Weil die Stirnregion eine riskante Zone für Komplikationen in der Hyaluron-Unterspritzung ist. Ernsten Komplikationen, die bis zur Erblindung gehen können. Sind derartige Komplikationen wahrscheinlich? Nein, das sind sie nicht. Aber wenn sie eintreten, dann sind sie fast immer fatal.

In meiner Praxis stoße ich auf solche Fälle allerdings auch nur höchst selten. Das Gegenteil ist eher der Fall: Mädchen, die deutliche Stirnfalten mit 20 ausbilden, weil die mimische Muskulatur entsprechend stark ausgebildet ist. Ihnen kann mit BOTOX sehr leicht und ohne Komplikationen geholfen werden.

Bei nur leichten und oberflächlichen Stirnfalten eignen sich alternativ zu BOTOX, Hyaluron und Fadenlifting auch ablative Verfahren wie Chemical Peeling oder Laser für eine Verbesserung. Außerdem nicht ablative Verfahren wie (tiefes) Microneedling.

Und wie sieht es mit all den tollen Ideen aus, die unter dem Titel „Stirnfalten Hausmittel“ im Web kursieren, wie Stirnfalten wegmassieren, Stirnfalten Creme und dergleichen? Meine Meinung in aller Kürze: absolut nutzlos. Weder Cremes noch Massagen sind in der Lage, die Ursachen von Mimikfalten zu beseitigen, die ganz einfach darin liegt, dass die Muskulatur zu stark ist. Den Muskel, der für die Stirnfalten verantwortlich ist, schwächen weder Creme noch Massage. Nur BOTOX tut das.

Noch weitere Fragen?

Ich hoffe, ich konnte Ihnen in diesem Beitrag einen ersten Eindruck davon verschaffen, wie ich mit BOTOX Stirnfalten behandle. Wenn Sie noch weitere Fragen haben oder Ihre persönliche Situation mit mir besprechen möchten, dann kommen Sie gerne in meine Praxis!

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