Was tun gegen Stirnfalten?

BOTOX Behandlung bei LIPS and SKINSie stehen vor dem Spiegel und fragen sich: Was tun gegen Stirnfalten? Wie bekomme ich meine Stirnfalten weg, ohne mich gleich beim Chirurgen unters Messer zu legen?

Meine Antwort lautet: BOTOX!

Zumindest in den meisten Fällen. Denn es gibt mehrere Möglichkeiten, auch minimal-invasive, mittels derer man Stirnfalten wegbekommen kann. Aber mit BOTOX Stirn und Stirnfalten zu behandeln, ist meine bevorzugte Methode. Und in diesem Beitrag will ich Ihnen erläutern, wieso.

Das sind die Themen:

Stirnfalten glätten – Warum eigentlich?

BOTOX in die Stirn zu spritzen ist ein Klassiker. Und dabei haben Stirnfalten von Natur aus eigentlich eine positive Bedeutung. Sie treten zum Beispiel auf, wenn wir aufmerksam zuhören. Oder wenn wir Interesse zeigen.

Stirnfalten sind für unser Gegenüber sofort und deutlich sichtbar. Indem wir die Stirn hochziehen, signalisieren wir aktive Teilnahme. Das macht Stirnfalten zu einem zentralen Bestandteil non-verbaler Kommunikation. Und damit unserer individuellen Erscheinung als Mensch.

Durch die Übereinstimmung von verbaler und non-verbaler Kommunikation, die unsere Gesprächspartner an uns beobachten, wirken wir als Menschen authentisch. Und aufrichtig. In allen diesen Punkten haben Stirnfalten eine Bedeutung. Und zwar eine durchwegs positive Bedeutung.

Wann wirken Stirnfalten negativ?

Stirnfalten hinterlassen nur dann einen negativen Eindruck, wenn sie besonders stark ausgeprägt sind. Tiefe Furchen, die sich quer von einer Seite der Stirn zur anderen ziehen, wirken tatsächlich oft unsympathisch. Sie erzeugen einen grüblerischen, zweifelnden Eindruck. Gerade so, als betrachteten wir unser Gegenüber mit Skepsis oder gar Verächtlichkeit.

Stirnfalten signalisieren außerdem Müdigkeit und Schlaffheit. Wir wirken abgespannt, ohne Dynamik. Und sehen älter aus als wir tatsächlich sind. Da unsere Stirn als zentraler Teil des Gesichts überproportional zu unserem Erscheinungsbild beiträgt, wirkt dieser Eindruck besonders stark.

Stirnfalten glätten zu lassen, ist deshalb eine der ältesten kosmetischen Eingriffe. Früher wurden dabei die Falten auf der Stirn als Teil eines chirurgischen Facelifts entfernt. Heute können wir aber mit BOTOX Stirn, Stirnfalten und eine Reihe weiterer Alterserscheinungen im oberen Gesichtsdrittel genauso gut behandeln. Und obendrein wesentlich risikoärmer! Und kostengünstiger!

Mit ziemlicher Sicherheit sind Stirnfalten inzwischen eine der häufigsten Anwendungen von BOTOX im Gesicht geworden. Und das, obwohl BOTOX für die Stirn bis vor ein paar Jahren gar nicht offiziell zugelassen war. Stattdessen konnte der Arzt die BOTOX Behandlung der Stirn nur im sogenannten „Off Label Use“ praktizieren. Das bedeutet, dass an die Behandlung besondere Aufklärungs- und Haftungspflichten des Arztes geknüpft waren.

Erstbesucher wollen oft BOTOX in die Stirn

Soweit es meine eigene Praxis in München betrifft, so begrüße ich viele Frauen und Männer das erste Mal als Patienten, wenn sie sich mit BOTOX ihre Stirnfalten entfernen lassen möchten. Verwundern tut mich das nicht, weil die Stirn und damit auch die Stirnfalten eben eine so große Bedeutung für die visuelle Erscheinung haben. Selbst Menschen, die der ästhetischen Medizin skeptisch gegenüber stehen, lassen mit BOTOX Stirn und Zornesfalte behandeln, während sie ein Aufspritzen der Lippen oder eine Korrektur der Nase niemals in Erwägung ziehen würden. Der Stirn kommt eben tatsächlich eine besondere Bedeutung für das Erscheinungsbild zu.

Stirnfalten als wichtiger Teil der Mimik

Vorsicht vor der BOTOX Stirn!

Stirnfalten sind insofern eine Alterserscheinung, als ihre Anzahl mit den Jahren steigt. So sehr man sie aber als störend empfinden mag, sie sind dennoch ein wichtiger Teil der Mimik. Es ist deshalb kein guter Rat, mittels BOTOX einfach alle Stirnfalten zu beseitigen. Das birgt die Gefahr einer sogenannten „BOTOX Stirn“.

Eine BOTOX Stirn ist komplett immobilisiert. Sie könnten sie nicht mehr in Falten legen, selbst wenn Sie es wollten. Sie könnten es wieder und wieder versuchen, mit unterschiedlichsten Mimiken und Kopfhaltungen. Es würde nicht klappen.

Eine völlig unbewegliche BOTOX Stirn raubt Ihnen ihren natürlichen Gesichtsausdruck, den Ihr Umfeld mit Ihrer Person in bestimmten Situationen verbindet. Ob Sie lachen, ob Sie weinen, ob Sie erfrischt sind oder völlig ermüdet: Ihre Stirn wäre immer nur gleich glatt. Auf Ihr persönliches Umfeld könnte eine fortwährend regungslose BOTOX Stirn daher sehr befremdlich wirken. Man würde Sie nicht „wiedererkennen“ (in einem emotionalen Sinn).

Erinnern Sie sich an die Fotos und Geschichten, die vor Jahren über die bekannte Schauspielerin Nicole Kidman kursierten? Glatt und unnatürlich sähe sie aus, so hieß es, mit unbeweglicher BOTOX Stirn und eingefrorenem Lächeln. Unsympathisch!, so der Tenor. Genau das meine ich. Und während Sie vielleicht kein Hollywood-Star sind und keine GALA und keine BUNTE von Ihrem Aussehen Notiz nimmt, die Menschen in Ihrem Umfeld tun es selbstverständlich schon. Und mit einiger Sicherheit werden die dabei weniger auf die Glattheit Ihrer Stirn achten, und mehr auf die Empathie, die Sie (auch) durch Ihre Mimik ausdrücken.

Dynamisches Glätten – sympathischer Eindruck!

Ich rate meinen Patientinnen und Patienten in München deshalb dringend davon ab, sich BOTOX in hoher Dosierung in die Stirn und vor allem in den Frontalmuskel (Musculus Frontalis) injizieren zu lassen. Das ist derjenige Muskel, der für Stirnfalten hauptsächlich verantwortlich ist. Denn das wäre ein großer Schritt in Richtung BOTOX Stirn. Zwar wären Sie dann frei von Falten und wunderbar glatt wie in jungen Jahren; aber andererseits fielen Sie mit erstarrter Mimik auf, die zu allen Anlässen Teilnahmslosigkeit und fehlende Empathie signalisiert. Maximales Stirnfalten glätten ohne Rücksicht auf mimische Verluste ist deshalb der falsche Ansatz.

Interessanterweise sind es relativ junge Menschen, die mich dennoch immer wieder danach fragen. Eine „völlig glatte Stirn“ scheint in gewissen Kreisen ein Schönheitsideal zu sein. Es kostet mich dann immer einiges an Überzeugungskraft, solchen PatientInnen die Nachteile der BOTOX Stirn zu erläutern.

Das therapeutische Ziel, das ich stattdessen verfolge, wenn sich meine Patientinnen und Patienten mit BOTOX Stirnfalten behandeln lassen möchten, ist vielmehr, sie quasi „dynamisch“ hervorrufen zu können. Die BOTOX Stirn wird dann nur sichtbar, wenn es erwünscht ist. Wenn man hingegen erstaunt ist oder aufmerksam, dann kann man es seinem Gegenüber sehr wohl noch zeigen. Indem man die Stirn wie gewohnt hochzieht und sie dadurch in leichte Querfalten legt. In allen anderen Situationen hingegen, in denen Stirnfalten nur stören würden, sind sie nicht da. Ich bin sehr darauf bedacht, Falten auf der Stirn für ein natürlich wirkendes Mimikspiel zu erhalten, statt Stirnfalten um jeden Preis zu beseitigen.

Warum zu viel BOTOX der Stirn nicht gut tut

Caveat Brauenptosis!

Eine zu starke Schwächung des Frontalmuskels der Stirn mit BOTOX birgt noch ein anderes Risiko, das man tunlichst vermeiden sollte. Das Risiko nämlich, dass die Augenbrauen von den muskulären Gegenspielern des Frontalmuskels nach unten gezogen werden, angesichts seiner durch das BOTOX verursachten Schwächung. Man spricht dann von Brauenptosis. Ich komme weiter unten im Text noch darauf zurück. Hier sei nur kurz angemerkt: Eine Brauenptosis wirkt keinesfalls attraktiv.

BOTOX gegen Stirnfalten

Standard-Injektionsschema Stirn. Die Behandlung einer ausgeprägten „hohen“ Stirn mit BOTOX kann eine 2. Injektionslinie erforderlich machen.

Wann immer möglich, setze ich stattdessen bei der Behandlung von Stirnfalten auf eine vorsichtige, niedrigere Dosierung. Die Mimik der Stirnmuskulatur bleibt so erhalten.

Vom Standardschema, nebenan abgebildet, das eine einzige Injektionslinie für BOTOX in der Stirn vorsieht, weiche ich daher auch nur in jenen Fällen ab, in denen eine ausgeprägte „hohe“ Stirn eine 2. Linie mit zusätzlichen Injektionen erforderlich macht. Im Regelfall ist das aber weder nötig noch erwünscht.

Behutsames Dosieren bei der Erstbehandlung

Insbesondere bei der ersten Behandlung eines mir noch unbekannten Patienten gehe ich so vor. Warum? Weil ich die Feinheiten seiner Gesichtsanatomie noch nicht kenne. Ich kann daher auch nur ungefähr abschätzen, wie das Botulinumtoxin wirken wird. Und lieber irre ich mich „nach unten“ als „nach oben“.

Der Vorteil? Ich kann beim Kontrolltermin immer noch BOTOX in die Stirn nachdosieren, falls nötig. Eine zu starke Schwächung des Muskels durch zuviel BOTOX ist hingegen nicht leicht zu korrigieren. Daher bevorzuge ich ersteres.

Erklärt man Patientinnen und Patienten bereits vor der Behandlung den Sinn dieser Vorgehensweise, dann ergeben sich auch keine Missverständnisse. Und auch keine fälschlichen Befürchtungen, dass das BOTOX womöglich nicht wirkt.

Im Gegenteil: Meiner Erfahrung nach schätzen es die Patienten, wenn man sie im Beratungsgespräch über das mimische Zusammenspiel der einzelnen Muskeln aufklärt und die möglichen Folgen einer zu starken BOTOX Wirkung erläutert. Und Ihnen dann eine zunächst niedrigere Dosierung des Wirkstoffs empfiehlt, die man gegebenenfalls später erhöht. Das verringerte Risiko von sowohl Brauenptosis wie auch BOTOX Stirn ist es wert, die optimale Dosis wenn nötig in zwei Sitzungen zu ermitteln. Andere ÄrztInnen mögen das anders handhaben, aber ich mache es jedenfalls so.

BOTOX in die Stirn bei Migräne

Problematisch kann die ästhetisch optimale Vorgehensweise aber dann werden, wenn das Therapieprotokoll ausdrücklich eine hohe Dosierung von BOTOX in die Stirn verlangt. Das ist bei der Behandlung von Migräne der Fall. Ganze 35 Einheiten BOTOX in die Stirn sind darin vorgesehen. Aus diesem Grund wird das Absinken der Augenbrauen als eine mögliche Nebenwirkung der Therapie immer wieder genannt. Für PatientInnen, denen die Therapie Linderung verschafft, mag das zweitrangig erscheinen. Ich versuche aber trotzdem, auch bei derartigen Anwendungen die Dosierung zunächst niedrig zu halten, um eine restlos immobilisierte BOTOX Stirn mit tief liegenden Augenbrauen zu verhindern.

Alternative: Micro BOTOX

Für Patientinnen und Patienten, bei denen zwar ausgeprägte Stirnfalten sichtbar sind, aber die Muskelaktivität nicht besonders stark scheint, reicht oft die Anwendung einer oberflächlichen Injektionstechnik, die ich Micro BOTOX nenne. Bei dieser wird das Botulinumtoxin nicht in den Muskel injiziert, sondern nur in die Haut. Die Wirkung des BOTOX erfolgt dann lediglich über die Muskelfasern, die in die Haut ausgreifen, nicht aber über den unter der Haut liegenden Muskel selbst.

Diese Technik, die wie vieles in der ästhetischen Medizin aus den USA stammt und dort unter dem Begriff „Baby BOTOX“ bekannt wurde, kann Stirnfalten glätten ohne das Risiko einer unbeweglichen BOTOX Stirn in Kauf zu nehmen. Ein zusätzlicher Nebeneffekt, der bei dieser Vorgehensweise oft beobachtet werden kann, ist die verringerte Schweißabsonderung auf der Stirn nach der oberflächlichen Injektion von BOTOX. Das kommt daher, dass bei dieser Technik das BOTOX auch auf die Schweißdrüsen wirken kann. Das Verfahren ähnelt damit dem Therapieansatz, bei dem BOTOX gegen Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen) gespritzt wird.

BOTOX gegen Stirnfalten

Auf das ausführliche Patientengespräch folgen Fotodokumentation und Reinigung des Gesichts sowie die Zubereitung der Wirkstofflösung (VISTABEL 50AE). Abhängig von Geschlecht, Alter und Stärke der Stirnfalten werden 3-5 Injektionspunkte gesetzt. Werden Glabella und Augenbrauen mitbehandelt, so kommen 5 + 2 Injektionspunkte hinzu. In der Regel wird damit ziemlich genau eine Ampulle Toxin aufgebraucht. Bei dieser Dosierung ist die Ausbildung einer völlig immobilisierten BOTOX Stirn unwahrscheinlich. Eine „hohe“ Stirn kann eine 2. Linie mit zusätzlichen Injektionspunkten erforderlich machen.

Inklusive Patientengespräch und Vorbereitung ca. 30 Minuten. Die Injektion des BOTOX in Stirn und Stirnfalten dauert in der Regel maximal 10 Minuten.

Ja, nach BOTOX Behandlung der Stirn sie sind sofort wieder gesellschaftsfähig. Injektionen von BOTOX in die Stirn gehen oft mit Rötungen an den Einstichstellen einher, diese sind in der Regel aber binnen 30min wieder verschwunden.

Es gelten allerdings gewisse Vorsichtsmaßnahmen am Tag der Behandlung und den darauffolgenden. So sollten Sie zum Beispiel körperliche Anstrengungen meiden, Sauna und Solarium nicht besuchen und die Haut keiner übermäßigen UV-Strahlung aussetzen.

Mit BOTOX Stirn und Stirnfalten behandeln zu lassen kostet als Richtwert circa € 250. Abhängig davon, ob wegen einer hohen Stirn und eventueller zusätzlicher Behandlung von Glabella und Augenbrauen mehr BOTOX benötigt wird, können die Kosten der Behandlung auch deutlich höher ausfallen. Die genaue Abrechnung erfolgt von Fall zu Fall und richtet sich nach der GOÄ.

Stirnfalten, Glabella und Augenbrauen auf einmal behandeln

Depressoren und Levatoren

Die Muskeln in Ihrem Gesicht sind so angeordnet, dass ihre Kräfte in entgegengesetzte Richtungen wirken. Damit gleichen sie sich wechselseitig aus.

Betrachtet man ein Gesicht senkrecht von vorne, dann gibt es einerseits Muskeln, die die Mimik anheben (sogenannte „Levatoren“). Und andererseits solche, die sie nach unten ziehen („Depressoren“).

botox stirnfalten - glabella - augenbrauen

Standard-Injektionsschema Stirn – Glabella – Augenbrauen. In der Regel reicht dafür 1 Ampulle Toxin, was die Behandlung der kompletten Stirn mit BOTOX zu günstigen Kosten ermöglicht.

Der große Stirnmuskel (Musculus frontalis), der hauptsächlich die Querfalten der Stirn verursacht, hat eine Levator-Funktion: Er hebt die Augenbrauen an.

Lähmt man ihn mit BOTOX, dann wird dadurch seine nach oben wirkende Kraft neutralisiert. Das kann im Einzelfall genau das Richtige sein und einen perfekten ästhetischen Ausdruck erzeugen.

In anderen Fällen ist es aber so, dass die Gegenspieler des Stirnmuskels, die in der Augenbrauenregion liegenden Depressoren, damit zu stark werden.

Weil ihnen die ausgleichende Gegenkraft des Musculus frontalis nicht mehr gegenübersteht, kommt ihre eigene Kraft nun voll zum Tragen. Mit dem Ergebnis, dass die Augenbrauen nach unten gezogen werden. Man spricht von einer Brauenptosis!

Muskeln in Balance – Ptosis verhindert

Glauben Sie mir: Die wollen Sie bestimmt nicht! Denn egal, was Sie von Ihren Stirnfalten halten: Nach unten gezogene Augenbrauen machen alles noch viel, viel schlimmer. Ihre Mimik wirkt dann nur noch griesgrämmig und unsympathisch. Also müssen wir das um jeden Preis vermeiden! Wie machen wir das? Indem wir BOTOX in die Stirn vorsichtig dosieren und genau platzieren.

Das gilt besonders bei Menschen im fortgeschrittenen Alter. Wir müssen tunlichst versuchen, die Muskeln des oberen Gesichtsdrittels in der Balance zu halten: Schwächt man den einen, so muss auch der andere an Kraft einbüßen. Ansonsten gerät der optische Gesamteindruck außer Kontrolle.

Im konkreten Fall der Stirnfalten bedeutet das in vielen Fällen, BOTOX nicht nur in den großen Stirnmuskel zu injizieren, sondern gleichzeitig auch in die Augenbrauen und die Glabella („Zornesfalte“).

So bleibt das obere Gesichtsdrittel in Balance, der Gesichtsausdruck natürlich und sympathisch. Und falls Sie sich wegen der insgesamt dann höheren BOTOX Dosis Sorgen machen, so kann ich Sie beruhigen: Eine starre BOTOX Stirn droht Ihnen auch bei eine kombinierten Behandlung nicht, wenn wir behutsam vorgehen.

Dann aber wieder ganz anders

Ergänzend sei gesagt: Auch das gleichzeitige Behandeln der 3 Regionen, wie gerade beschrieben, ist kein Patentrezept. In manchen Fällen kann es nämlich ratsam sein, diesem Konzept nicht zu folgen. Und stattdessen zuerst die Glabella mit BOTOX zu behandeln, die volle Wirkung circa 2 Wochen lang abzuwarten, und dann erst die BOTOX Behandlung des Stirnmuskels fortzusetzen.

Wann ist das der Fall? Wenn sich nicht genau abschätzen lässt, wie stark der Muskel der Glabella, der Musculus procerus, an der Bildung von Stirnfalten mitbeteiligt ist. Schwächt man ihn mit BOTOX und stellt fest, dass sich die Stirnfalten damit bereits ausreichend glätten lassen, dann ist die direkte Behandlung des Frontalis-Muskels womöglich gar nicht mehr nötig. Oder zumindest nicht in der üblichen Dosis. Im Gegenteil: Die normale Dosis könnte in einem solchen Fall dazu führen, dass die Levatoren der Stirnregion zu stark geschwächt werden, damit die Depressoren die Oberhand gewinnen, und der Gesichtsausdruck insgesamt nicht mehr stimmig wirkt.

Wie läuft die BOTOX-Behandlung der Stirnfalten ab?

Das obige Video gibt den Ablauf einer Botulinum-Behandlung in meiner Praxis in München wieder. Auch die Behandlung der oberen Gesichtshälfte ist darin zu sehen, inklusive Stirn.

Sie sehen Patientenselbstauskunft, Konsultations- und Aufklärungsgespräch, Fotodokumentation und die eigentliche Behandlung. Das Konsultationsgespräch ist wichtig dafür, die Wünsche der PatientIn gut zu verstehen. Nicht zuletzt davon wird der weitere Verlauf der Behandlung abhängig sein.

Wie zum Beispiel für die Höhe der BOTOX-Dosierung. Früher wurde diese im Standardprotokoll recht hoch angesetzt (bis zu 30 Allergan Einheiten, AE). Heutzutage sind Experten jedoch deutlich vorsichtiger, wie ich oben schon geschrieben habe. Die offiziell empfohlene Dosis beträgt für die Stirn nur noch 13 AE. Das ist weniger als die Hälfte!

Wenn Glabella und Augenbrauen mitbehandelt werden, dann fallen dafür zusätzlich um die 30 AE an. Ergibt zusammen 43 AE. Die ganze Behandlung lässt sich somit im Regelfall mit einer Ampulle VISTABEL (50 AE) sehr gut durchführen. Ausnahmen gibt es natürlich. Insbesondere bei Männern mit starker Mimik kann auch die doppelte Dosis für eine subtile Glättung erforderlich sein, ohne dass sich eine starre BOTOX Stirn ausbildet. Eine sogenannte „hohe Stirn“ erfordert in der Regel auch etwas mehr an BOTOX.

Die kombinierte Behandlung angrenzender Areale hat auch Kostenvorteile für den Patienten. Zumindest handhabe ich das in meiner Praxis so. Denn eine angebrochene Ampulle VISTABEL verrechne ich jedenfalls, egal ob ich sie vollständig verwenden kann oder einen Teil davon ungenutzt entsorgen muss.

Ich hebe nämlich aus Prinzip keine BOTOX-Lösungen auf, um höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards aufrechterhalten zu können. Wenn ich eine komplette Ampulle VISTABEL daher für die komplette Stirnregion verbrauchen kann, dann bezahlen Patienten nur für das, was sie auch bekommen.

Kann BOTOX Stirnfalten immer glätten?

Nein, es gibt tatsächliche Unterschiede im erwartbaren Ergebnis. Sehr gute Resultate sind bei Patienten zu erwarten, die bei willentlicher Anspannung und Entspannung der Stirn die quer verlaufenden Falten hervorrufen und wieder verschwinden lassen können.

Hingegen ist bei Patienten, bei denen aufgrund eines erhöhten Muskeltonus (Grundanspannung) der Stirn die Querfalten immer sichtbar sind, mit BOTOX alleine kein zufriedenstellendes Ergebnis zu erwarten. In solchen Fällen ist die zusätzliche bzw. alternative Unterspritzung mit Hyaluron angezeigt. Oder ein Lifting mit PDO Fäden.

BOTOX hilft nicht bei Schlaffalten

Bei überwiegendem Liegen auf einer Seite können auf der Stirn sogenannte Schlaflinien bzw. Schlaffalten auftreten. Sie entstehen, wenn sich die Haut wiederholt und langanhaltend zusammenschiebt, meist entlang einer Linie, die mittig zum Auge vertikal durch die Stirn verläuft. Man kann überprüfen, ob es sich bei einer solchen Linie um eine Schlaffalte handelt, indem man vor dem Spiegel die Hand an Wange und Stirn legt und dabei den Kopf auf die Seite dreht, auf der man schläft. Handelt es sich um Schlaffalten, so werden sie in dieser Haltung sehr deutlich akzentuiert. Schlaffalten auf der Stirn lassen sich mit BOTOX nicht behandeln, sondern durch Unterspritzung mit Hyaluron abmildern.

Die Kosten einer BOTOX Behandlung der Stirn

Welche Kosten entstehen für die Injektion von BOTOX in die Stirn? Die konkrete Kalkulation folgt der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) und richtet sich damit nach den Gegebenheiten des individuellen Falles. Kommt das oben dargestellte Standardinjektionsschema für BOTOX in die Stirn zur Anwendung, dann könne Sie mit Kosten von rund 250 Euro als Richtwert rechnen.

Mein Tip wäre, wie oben schon geschrieben, Stirnfalten, Glabella und Augenbrauen in einer Sitzung behandeln zu lassen. Eine Ampulle Botulinumtoxin (VISTABEL) reicht dafür im Normalfall, was sich günstig auf den Preis auswirken sollte. Die Kosten einer Komplettbehandlung von Stirn, Glabella und Augenbrauen belaufen sich dann, wiederum nur als Richtwert, auf rund 350 Euro.

Als nicht medizinisch induzierte Therapie muss auf die Kosten der BOTOX Behandlung der Stirn die volle Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden. Diese ist in den vorstehend genannten Richtwerten bereits enthalten.

Bitte gehen Sie davon aus, dass Ihnen die Kosten von BOTOX in die Stirn nicht durch GKV oder PKV ersetzt werden.

Alternativen zu einer BOTOX Stirnfalten Behandlung

Die primäre Alternative zu klassischem BOTOX in die Stirn ist, wie oben schon dargestellt, ein Verfahren namens „Micro BOTOX“, bei dem der Wirkstoff in stärkerer Verdünnung in die Haut injiziert wird und nicht in den Muskel. Die Mimik wird dabei nicht im Geringsten beeinträchtigt, das Risiko einer unbeweglichen „BOTOX Stirn“ besteht nicht.

In allen Fällen, in denen BOTOX voraussichtlich nicht gut wirken wird, weil die Falten auf der Stirn nicht ursächlich mit starker Muskelaktivität verbunden sind, eignen sich die Unterspritzung mit Hyaluronsäure und das Lifting mit PDO Fäden. Beide Verfahren eignen sich auch als ergänzende Therapie zu BOTOX Injektionen der Stirn.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich Hyaluron in der Stirnregion nicht gerne verwende und es nur dann anwende, wenn es überhaupt nicht anders geht. Warum? Weil die Stirnregion eine riskante Zone für Komplikationen in der Hyaluron-Unterspritzung ist. Ernsten Komplikationen, die bis zur Erblindung gehen können. Sind derartige Komplikationen wahrscheinlich? Nein, das sind sie nicht. Aber wenn sie eintreten, dann sind sie fast immer fatal.

In meiner Praxis stoße ich auf solche Fälle allerdings auch nur höchst selten. Das Gegenteil ist eher der Fall: Mädchen, die deutliche Stirnfalten mit 20 ausbilden, weil die mimische Muskulatur entsprechend stark ausgebildet ist. Ihnen kann mit BOTOX sehr leicht und ohne Komplikationen geholfen werden.

Lifting der Stirn mit PDO Fäden ist hingegen stark im Kommen. Auch dabei handelt es sich um einen recht unkomplizierten Eingriff unter lokaler Betäubung, bei dem 4 bis 6 Fäden (meist sogenannte „COGS“) unter der Haut in die Stirn eingezogen werden. Neben dem Lifting von Stirn und Augenbrauen durch den mechanischen Zug der Fäden, wird durch diese auch die Kollagensynthese angeregt und damit das Gewebe verjüngt. Das PDO Fadenlifting der Stirn wirkt also, im Unterschied zu BOTOX und Hyaluron, tatsächlich regenerativ. Preislich liegt das Fadenlifting mit rund 400-600 Euro etwas über der BOTOX Behandlung.

Bei nur leichten und oberflächlichen Stirnfalten eignen sich alternativ zu BOTOX, Hyaluron und Fadenlifting auch ablative Verfahren wie Chemical Peeling oder Laser für eine Verbesserung. Außerdem nicht ablative Verfahren wie (tiefes) Microneedling.

Für alle genannten Maßnahmen müssen Sie im Rahmen einer ergänzenden Behandlung zu BOTOX Injektionen der Stirn mit zusätzlichen Kosten rechnen. Insbesondere bei der Unterspritzung mit Hyaluron und dem Lifting mit PDO Fäden, die jeweils mit mehreren hundert Euro zu veranschlagen sind.

Und wie sieht es abschließend mit all den tollen Ideen aus, die unter dem Titel „Stirnfalten Hausmittel“ im Web kursieren, wie Stirnfalten wegmassieren, Stirnfalten Creme und dergleichen? Meine Meinung in aller Kürze: absolut nutzlos. Weder Cremes noch Massagen sind in der Lage, die Ursachen von Mimikfalten zu beseitigen, die ganz einfach darin liegt, dass die Muskulatur zu stark ist. Den Muskel, der für die Stirnfalten verantwortlich ist, schwächen weder Creme noch Massage. Nur BOTOX kann das.

Noch weitere Fragen?

Ich hoffe, ich konnte Ihnen in diesem Beitrag einen ersten Eindruck davon verschaffen, wie ich mit BOTOX Stirn und Stirnfalten behandle. Wenn Sie noch weitere Fragen haben oder Ihre persönliche Situation mit mir besprechen möchten, dann kommen Sie gerne in meine Praxis!

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