Mit BOTOX Bruxismus behandeln

Bruxismus - BOTOX - LIPS and SKIN Ästhetische Medizin MünchenSie leiden unter Zähneknirschen nachts oder bei Tag? Sie haben auch schon alles Mögliche versucht, aber sowohl Knirschschiene als auch Entspannungsübungen brachten keine Linderung?

Dann lesen Sie bitte: Eventuell kann eine Behandlung mit BOTOX (Botulinumtoxin A) Sie von Ihrem Leiden erlösen. Davon haben Sie noch nie gehört? Ist aber tatsächlich so: Dass BOTOX Zähneknirschen lindern oder ganz beseitigen kann, gilt inzwischen als medizinisch belegt. Und ich habe es bei zahlreichen Patientinnen und Patienten in meiner Praxis in München auch schon selbst erlebt.

Im folgenden Artikel gebe ich Ihnen einen Einblick, wie man bei Bruxismus BOTOX einsetzen kann, wenn konventionelle Therapien versagen.

Das sind die Themen:

Was ist Bruxismus?

Unbewusstes Pressen und Zähneknirschen werden in der Medizin als „Bruxismus“ bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um eine „schlechte Angewohnheit“, sondern um unkontrollierbare und unbewusste Bewegungsabläufe.

Das Zähneknirschen beim Bruxismus gehört zu den sogenannten „Parafunktionen“, zu denen auch Lippenbeißen und Zungenkauen, Daumenlutschen oder Fingernägelkauen zählen.

Bruxismus wird nach der Art des Auftretens in 2 prinzipielle Typen unterteilt:

  1. Schlafbruxismus
    Wie der Name andeutet, tritt beim Schlafbruxismus das Zähneknirschen nachts während des Schlafens auf. Häufig lässt sich dafür keine Ursache feststellen, dann spricht man auch von „primärem Bruxismus.“ Dem gegenüber wird „sekundärer Bruxismus“ diagnostiziert, wenn nächtliches Zähneknirschen mutmaßlich die Folge einer Erkrankung ist. Von „iatrogenem Bruxismus“ spricht man schließlich, wenn das Zähneknirschen nachts als Nebenwirkung eines Medikaments auftritt.
  2. Im Gegensatz zum Schlafbruxismus tritt der Wachbruxismus tagsüber auf, bei vollem Bewusstsein. Wachbruxismus hat zumeist psychische Ursachen wie Stress oder Angst, kann aber auch als Folge von Schlafstörungen, erhöhtem Konsum von Alkohol, Koffein oder Nikotin und als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.

Symptome von Bruxismus

Da man Zähneknirschen nachts nicht direkt mitbekommt, lässt sich Bruxismus oft nur über seine typischen Folgen erkennen. Dazu zählen insbesondere Schmerzen an Zähnen und Kiefergelenken. Auch muskuläre Verspannungen sind typisch, speziell im Kopf- und Nackenbereich. Selbst als Verursacher von Migräne spielt Bruxismus eine Rolle. Denkbar sind aber auch vielfältige andere Symptome, abhängig von den konkreten Ursachen des Bruxismus. Eine meiner Patientinnen in München litt zum Beispiel unter Tinnitus, ohne sich ihres nächtlichen Bruxismus überhaupt bewusst zu sein. Entsprechend erleichtert und überschwänglich erfreut war sie, als ich sie von ihrem Leiden erlöst hatte:

Bruxismus Botox - Lips and Skin Ästhetische Medizin München

Bewertung auf einer Bruxismus-Patientin auf Jameda. Bei Klick/Tippen auf das Bild werden Sie zur Originalbewertung auf Jameda.de geführt.

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Bruxismus können also durchaus schwerwiegend sein und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Ist die Kaumuskulatur soweit traumatisiert, dass es zu einer chronischen Verspannung kommt, dann können einzelne Muskelbereiche verhärten und zu chronischen Schmerzen führen. Und das nicht nur in unmittelbarer Umgebung der Kiefer, sondern auch weiter entfernt im ganzen Körper, zum Beispiel im Rücken oder in den Beinen.

Mit den körperlichen Leiden gehen die psychischen oft einher: Schlafstörungen, nervliche Anspannung und generelles Unwohlsein sind typisch.

Konventionelle Behandlungsmöglichkeiten

Erste Anlaufstelle bei Zähneknirschen sollten immer Zahnarzt oder Kieferchirurg sein. Sie sind fachlich am besten dazu in der Lage, Bruxismus medizinisch korrekt zu diagnostizieren und über Behandlungsoptionen aufzuklären.

Häufig wird ihre erste Empfehlung auf das Erlernen bestimmter Entspannungstechniken abzielen, bei Zähneknirschen nachts oft auch auf das Tragen einer „Knirschschiene“ (auch „Aufbissschiene“). Mit einer solchen Knirschschiene wird zwar versucht, dem Verschleiß der Zähne infolge der dauernden mechanischen Beanspruchung zu begegnen; die Ursache als solches beseitigt eine Schiene jedoch nicht.

Sollten diese Therapieempfehlungen nichts fruchten oder einfach vom Patienten nicht durchgehalten werden können (man spricht von „fehlender Compliance“), so gibt es auch die Möglichkeit, den Großen Kaumuskel (Musculus masseter) mit Hilfe von BOTOX zu entspannen und damit einen der Hauptbeteiligten am Zähneknirschen für mehrere Monate gezielt auszuschalten.

Mit BOTOX Zähneknirschen lindern

Injektion von BOTOX in den Masseter-Muskel

BOTOX gegen Zähneknirschen wird mit 4-6 Injektionen in den unteren Teil des Kaumuskels verabreicht.

Die Injektion von BOTOX in den Großen Kaumuskel sorgt dafür, dass dieser sich entspannt und das Zähneknirschen nachts aufhört. Wichtig: Der Muskel wird dabei nur geschwächt und nicht vollständig gelähmt. Seine prinzipiellen Funktionen beim Kauen und seine Rolle in der Gesichtsmimik soll ja erhalten bleiben.

Man kann mit BOTOX Zähneknirschen also direkt an den Ursachen behandeln ohne größere Risiken in Kauf zu nehmen. Der Kaumuskel bleibt in seiner Funktion vollumfänglich erhalten, es kommt zu keinen Beeinträchtigungen beim Sprechen, Kauen, Lachen und dergleichen. Er ist weiterhin stark genug für willkürliche Bewegungen, aber nicht mehr empfänglich genug für unwillkürliche Reize, die zu nächtlichem Zähneknirschen führen.

Ein weiterer Aspekt von BOTOX gegen Zähneknirschen, der zwar nicht von unmittelbarer medizinischer Bedeutung ist aber gewissermaßen einen kosmetischen Zusatznutzen darstellt: Durch die längerfristige Entspannung eines hypertrophierten (übermäßig beanspruchten) Masseter-Muskels wird die Gesichtskontur geschmälert und die jugendliche „V-Form“ tritt wieder deutlicher zu Tage.

Dieser rein ästhetische Effekt ist insbesondere in Südkorea überaus populär, Umfragen zufolge werden die Hälfte bis zwei Drittel des dort für kosmetische Zwecke verabreichten Botulinumtoxins nur für diese eine Indikation verwendet. Tatsächlich habe ich auch in München einige Patientinnen südkoreanischer Herkunft, bei denen der kosmetische Aspekt von BOTOX bei Bruxismus im Vordergrund steht und eine allfällige medizinische Indikation nur von nachgelagerter Bedeutung wäre.

Wie läuft die Behandlung mit BOTOX bei Bruxismus ab?

BOTOX bei Bruxismus im Off label Use

Vorweg: BOTOX hat für die Behandlung des Zähneknirschens in Deutschland (noch) keine Zulassung. Ärzte behandeln Bruxismus mit BOTOX daher im sogenannten „Off-Label-Use“. Das bedeutet, dass ein zwar zugelassenes Medikament für eine andere Behandlung verwendet wird, als die, für die es zugelassen wurde.

Selbstauskunft und Patientengespräch

Wie bei jeder anderen Therapie wird auch bei der Behandlung von Bruxismus BOTOX erst nach Abklärung etwaiger Kontraindikationen und Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen verabreicht. Eine detaillierte Patientenselbstauskunft ist daher unabdingbar, gefolgt von einem ausführlichen Gespräch.

Eine zentrale Rolle nehmen dabei bestehende Medikationen ein, eine eventuell bestehende Schwangerschaft oder noch laufende Stillzeit sowie last but not least die Kosten der Behandlung, die Ihnen von den Krankenkassen in der Regel nicht ersetzt werden und von privaten Versicherungen allenfalls auf Antrag.

Dosierung und Injektionsschema

Bruxismus -Botox-München

Die Behandlung von Bruxismus mit BOTOX erfolgt durch 4-6 Injektionen von 25-30 Einheiten Toxin beidseitig in die tieferen Regionen des Masseter-Muskels.

Bei BOTOX gegen Zähneknirschen werden in der Regel 50-60 Einheiten des Toxins in 4-6 Injektionspunkte auf beiden Gesichtshälften verteilt. Injiziert wird dabei in die tieferen Regionen des Masseter-Muskels. Die 4 Punkte, in die ich das Toxin mit einer sehr dünnen Nadel verteile befinden sich in der folgenden Darstellung an den schwarz markierten Stellen:

Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie an?

Das Toxin beginnt etwa 1-2 Tage nach der Behandlung zu wirken und entfaltet seine volle Wirkung nach circa 10 Tagen. Spätestens dann sollten Sie spürbare Linderung erfahren. Wenn nicht, dann muss eventuell nachdosiert werden.

In der Regel wird die Therapie mit BOTOX Zähneknirschen für etwa 3-6 Monate spürbar verringern. In diesem Zeitraum wird es vom Körper allmählich abgebaut. Wie schnell oder langsam das im Einzelfall vor sich geht, hängt von individuellen Faktoren ab und lässt sich nicht exakt prognostizieren. Aber im Schnitt sollte man davon ausgehen, die Behandlung zunächst alle 4-6 Monate auffrischen zu müssen.

Langfristig kommt es durch die Behandlung zu einer leichten Rückbildung des Masseter-Muskels (Atrophie). Das eröffnet die realistische Aussicht, dass sich Behandlungsintervalle mit zunehmender Behandlungsdauer verlängern lassen.

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Erwartbare Nebenwirkungen von BOTOX gegen Bruxismus

Erwartbare Nebenwirkungen einer BOTOX Behandlung sind Rötungen und kleinere Hämatome an den behandelten Stellen. Bei BOTOX in den Masseter-Muskel kann es auch kurzzeitig zu Mundtrockenheit und einem leichten Spannungsgefühl im Kieferbereich kommen. Beide Erscheinungen sind zumeist nach 24 Stunden wieder verschwunden.

Die Bruxismus-Therapie mit Botulinumtoxin ist ausgesprochen risikoarm, wenn alle Kontraindikationen abgeklärt und beachtet werden und ein erfahrener Therapeut die Behandlung vornimmt. Sämtliche immer wieder gehörte Ängste hinsichtlich der Giftigkeit von Botulinumtoxin oder gerüchteweise kolportierter Langzeitschäden halten den laufend aktualisierten Studienergebnissen nicht Stand.

Kann BOTOX in den Masseter-Muskel langfristig zu Knochenschwund führen?

Eine immer wieder gehörte Angst bei BOTOX gegen Bruxismus ist die vor Schwächung der Knochensubstanz. Und tatsächlich zeigen Studien, dass bei langfristiger Behandlung des Masseter-Muskels mit Botulinumtoxin Knochenveränderungen im Unterkiefer auftreten können. In einer koreanischen Studie mit 20 Patienten führte die längerfristige Injektion von BOTOX in das untere Drittel der Kaumuskels zu einer Volumensreduktion des  Unterkiefers.

Das ist aber bei näherer Betrachtung weder alarmierend noch überraschend. Denn es ist völlig normal, dass ein Knochen bei Nichtgebrauch oder Belastungsreduktion mit einer Verringerung seiner Größe und Dicke reagiert.

Zudem gibt es Studien, die auf einen Knochenverlust im Kiefergelenk nach einer BOTOX Behandlung hinweisen. Diese Studien allerdings nicht an Menschen sondern Tieren durchgeführt. Außerdem wurde dabei nicht nur der Kaumuskel partiell geschwächt, sondern die gesamte Muskulatur, die das Kiefergelenk bewegt, vollständig außer Kraft gesetzt. Und selbst dann zeigte sich der Effekt auf die Knochensubstanz des Kiefergelenks reversibel, d.h. die Dicke nahm wieder zu, sobald die Muskulatur wieder aktiv und das Gelenk belastet wurde.

Was bedeutet das? Eine vollständige Inhibierung ist bei BOTOX gegen Bruxismus ja keinesfalls vorgesehen. Die Entspannung des Masseter-Muskels betrifft nach Therapieprotokoll nur den unteren Teil des Muskels, so dass das Kiefergelenk immer noch belastet wird, beim Kauen und bei diversen Gesichtsmimiken.

Ich persönlich kann dazu nur sagen, dass ich in meiner Praxis in München mittlerweile häufig BOTOX-Injektionen in den Masseter-Muskel durchführe, aus medizinischen wie auch rein kosmetischen Indikationen. Einige meiner Patientinnen stammen aus Südkorea und ließen sich dort schon seit Jahren mit BOTOX in den Massetermuskel behandeln. Probleme im Zusammenhang mit der BOTOX Behandlung wurden mir weder bei diesen noch bei anderen Patienten bekannt.

Was kostet BOTOX gegen Zähneknirschen?

Die Kosten für BOTOX gegen Bruxismus werden individuell nach der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) ermittelt und abgerechnet. Als ungefähren Richtwert kann ich Ihnen für die Behandlung in meiner Praxis in München rund 270-320 Euro nennend. Die genannte Preisspanne bezieht sich auf die Behandlung mit insgesamt 50-60 Einheiten Botulinumtoxin A.

Die Kosten von BOTOX gegen Bruxismus werden von den Gesetzlichen Krankenkassen aktuell (noch) nicht ersetzt. Einzelne Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten auf Antrag. Sie sollten also vorab mit Ihrer Versicherung klären, ob Sie sich zu einer vollständigen oder zumindest anteiligen Erstattung bereit erklärt. Bei den dafür nötigen Unterlagen unterstütze ich Sie gerne.

Noch weitere Fragen?

Ich hoffe, ich konnte Ihnen in diesem Beitrag einen ersten Eindruck davon verschaffen, wann und wie bei Bruxismus BOTOX eine aussichtsreiche Therapieoption darstellt. Wenn Sie noch weitere Fragen haben oder Ihre persönliche Situation mit mir besprechen möchten, dann kommen Sie gerne in meine Praxis!

Bis bald!

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